woche 2 – kardio-uak

November 3, 2009 at 8:57 (medizinstudium)

Und es war nicht besser. Na ja, nicht viel. Wir haben keine Stunde über Lebensgeschichten geredet. Allerdings haben wir auch kein Stethoskop in die Hand genommen. Oder selbst Fragen an einen der Patienten gestellt. Dafür haben wir nochmal eineinhalb Stunden über KHK geredet (80 Minuten davon über verschiedene Verfahren, eine Koronarrekanalisation zu machen, mit besonderem Schwerpunkt auf die Verfahren, die in ca. 0,1% der Fälle verwendet werden, wie Adherektomiekatheter, Rotablation, Brachikatheter und Laserkatheter. Huii.) Auf meinen Vorschlag hin haben wir uns noch kurz ein EKG angeschaut (mit AV-Block und Rechtsschenkelblock, das hab ich erkannt, huii!) und ein interessantes CT gesehen (mit dissoziiertem Aortenaneurysma, Riesenherz und Z.n. Aortenklappenersatz) und hatten dann leider überhaupt keine Zeit mehr für die eigentlichen Themen des Kurses: Kardiomyopathien und Vitien. Blöd.

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wenn chefärzte uak machen…

Oktober 28, 2009 at 11:30 (medizinstudium)

… ist das wahrscheinlich ein genau so großes Vorurteil, wie wenn blutjunge Assis UaK machen. Meiner Erfahrung nach kann man nicht vom Dienstalter auf die Qualität des Unterrichts schließen, aber Chefärzte sind glaub ich schon manchmal etwas speziell…

Ich hatte gestern UaK bei Herrn Professor Doktor Chefarzt der Kardiologie. Und ich muss sagen, der Unterrichtsstil war… anders. Prof. Chef macht glaub ich schon ganz gerne Studentenunterricht. Zumindest hat er sich darüber ausgelassen, dass andere Chefärzte, die explizit auch für Lehre bezahlt werden, immer ihre Assis schicken und das ja mal beim Prodekanat gemeldet werden sollte. Dann gab’s eine Vorstellungsrunde, weil wir ja eine Kleingruppe sind und uns ganze drei Termine sehen werden. Allerdings schien das eher ein Auftakt zu sein für seine eigene Lebensgeschichte und die Geschichte der Uniklinik. Na ja.

Vierzig Minuten später ging es dann los mit Kardiologie und der Definition von KHK und ich habe mich schon gefreut, dass es jetzt zur Sache geht. Zu früh leider, denn das gemeinsame Wissen-zusammentragen wich schon nach Minuten einem jovialen Kinder-ich-erzähl-euch-jetzt-mal-was-von-der-Welt Frontalunterricht mit vielen netten kleinen Anekdoten, einem kleinen Hinweis auf die letzte Publikation, wer mag kann ein Heftchen davon mitnehmen, und dem Fazit, dass Adipositas, das metabolische Syndrom überhaupt und Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Hyperlipidämie wissenschaftlich rein gar nichts mit KHK zu tun haben. Es sei denn, der Patient hat zusätzlich Bluthochdruck oder raucht.

Aha.

Mit 35 Minuten übrig von dem drei-Stunden-Kurs ging’s dann über zum eigentlichen Zweck des UaK: Unterricht am Krankenbett. Nur waren die beiden Patienten mit der KHK leider grade bei der Diagnostik. Hmm. Ein anderer war noch da, leider mit völlig untypischem Krankheitsverlauf. Wobei wir zur Verwirrung aller erst mal bei seinem Bettnachbarn Alter, Größe und Gewicht raten sollten, und die Wahrscheinlichkeit, dass er auf der Kardiologie landet (laut Chefarzt quasi null, bei 40 Jahren und nem BMI von 34). Was er hatte, haben wir dann auch nie erfahren, daür durften wir zuschauen, wie Prof. Chefarzt den anderen Patienten befragt. Und am Schluss noch ein, zwei Fragen selbst stellen.

Ach ja, der gute Unterricht am Krankenbett, bei dem man eigentlich Anamnese und Untersuchung selber machen lernen soll, und das Rausfinden von Diagnosen. Na ja. Für nächstes Mal hab ich mal gefragt, ob wir nicht ein bisschen mehr Zeit mit den Patienten haben könnten (schwierig, meinte Prof. Chef, weil die Patienten ständig in der Diagnostik seien) – oder wenigstens mal das eine oder andere typische EKG besprechen? Na ja, das ginge vielleicht.

Und dabei hab ich mich so auf die Kardiologie gefreut…

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und weiter gehts

Oktober 24, 2009 at 12:18 (medizinstudium)

Die Anfang-des-Semesters-Euphorie hat sich wieder ein bisschen relativiert. Neben den tollen UaKs gabs nun auch wieder ein paar eher mäßige, ich hatte zweimal Patho…

Das Semester ist auf jeden Fall um einiges intelligenter aufgebaut als das letzte. Wir arbeiten zumindest in der Vorlesung und den nicht-UaK-Kursen das gleiche Organsystem in allen Fächern ab, was zwar auch zur Folge hat, das man gleiche oder ähnliche Sachverhalte dreimal an einem Tag hört, aber wenigstens hat man das Thema dann von allen Seiten beleuchtet. Klar wäre es toll, wenn man auch im UaK dann noch das gleiche Thema hätte, aber das geht bei einer begrenzten Menge an Stationen und der großen Zahl an Studentengruppen halt nicht. Und so muss man halt sein Wissen ein paar Wochen später noch mal reaktivieren. Auch nicht schlecht.

Nicht gefreut hatte ich mich auf Mittwoch, weil wir um 7:00 Uhr schon in der Anästhesiologie stramm stehen sollten – und das auf dem Campus, der am weitesten von mir weg ist. War dann aber doch ok, ich war schon 5 Minuten vor meinem Wecker wach und hatte mir auf die Fahrt einen halben Liter starken Schwarztee mitgenommen, so dass ich dann nach 45 min Fahrt auch ziemlich wach am Unterricht teilnehmen konnte. Nicht, dass er groß praktisch gewesen wäre, aber wir haben einen OP-Saal gezeigt bekommen, durften bei einer Narkoseeinleitung über die Schulter schauen und haben dann anschließend noch ein bisschen die Theorie besprochen. Im Großen und Ganzen also ein ganz netter UaK.

Außerdem hab ich mich die Woche mal dran gemacht, meinen Lebenslauf auf Englisch zu übersetzen und über ein Motivations-/Bewerbungsschreiben für eine Famulatur in Neuseeland nachzudenken. Nachdem ich einige der Erfahrungsberichte auf der bvmd-Seite gelesen habe, bin ich noch motivierter! Hoffe, das klappt tatsächlich… *daumendrück*

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Medienrummel

Oktober 22, 2009 at 7:28 (medizinstudium)

Um ein Medikament gegen Neurodermitis und Psoriasis geht es, das seit 1994 patentiert ist, sich in einigen vorläufigen Studien ziemlich gut geschlagen hat und auf Grund der einfachen Inhaltsstoffe (Vit B12 und Avocadoöl) auch kaum Nebenwirkungen hat. Die Pharmaindustrie wollte es unterdrücken, jetzt gab es eine Fernsehsendung im ARD darüber – und plötzlich soll es im November auf den Markt kommen. Huiii für alle Neurodermitiker und Psoriatiker. :)

Und für die Leute, die im SpiegelONLINE-Forum unqualifizierte Kommentare abgeben: da Vit B12 wasserlöslich ist und über die Niere ausgeschieden wird, ist es es quasi unmöglich, sich damit zu vergiften.

edit: Der Medienrummel geht weiter. Gut geplante PR-Aktion zur Geldmacherei und Vermarktung der Creme mit passendem Buch? Oder doch nur schlecht recherchiert, WDR? SpiegelONLINE: Die merkwürdige Geschichte der Wundersalbe

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zurück im Hamsterrad

Oktober 13, 2009 at 6:26 (medizinstudium)

Die Uni hat wieder angefangen.

Erst war ich ja überhaupt nicht motiviert, mich wieder in den Hörsaal zu setzen oder alternativ in schlecht organisierten UaKs mit Patienten zugeballert zu werden, wenn ich statt dessen auch die Möglichkeit hätte, unheimlich viel im one-on-one Unterricht in der Rettungsstelle zu lernen. Aber das Studium besteht halt nicht nur aus Famulaturen und irgendwie muss dieses ganze Wissen ja auch mal theoretisch systematisiert werden… weshalb ich mich gestern morgen zur studentenunfreundlichen Zeit von 8:15 Uhr im Hörsaal befand. Ich hätte die Veranstaltung auch sausen lassen – Vorlesungen sind ja nicht anwesenheitspflichtig hier – aber die netten Leute vom Dekanat haben sich ausgedacht, die Anwesenheitsnachweisbögen – liebevoll „bunte Zettel“ genannt – in der Vorlesung im Hörsaal am Arsch der Welt im CBF auszugeben. Dann hab ich halt auch noch die Einführungsvorlesung Anästhesie mitgenommen. Auch wenn sie jetzt nicht so spannend war, das Fach klingt interessant, viel Pharma, die Praxis des Intubierens, intensivmedizinische Belange… Für den ersten UaK nächste Woche wird mein Wecker jedenfalls um 5:30 Uhr klingeln, weil wir um 7:05 Uhr auf Station strammstehen müssen. Am A… im CBF. Huii. Die anderen Termine sind dann aber dankenswerterweise am Vormittag.

Eine nette Erasmusstudentin aus Italien saß in der Vorlesung neben mir und ich hab sie anschließend ein bisschen rumgeführt, ihr die Bibliothek und den Computerraum gezeigt. Zwischendurch haben wir dann noch eine schweizer Erasmusstudentin aufgegabelt und eigentlich waren wir für die Vorlesung heute verabredet – bis mir gestern Abend eingefallen ist, dass ich ja InterPOL bei der Klinik-OE vorstellen muss. Also versuch ich die beiden mal morgen zu treffen, nachdem wir leider gar keine Kurse zusammen haben.

Motiviert hat mich heute dann noch der Innere/Pneumologie-UaK, der wirklich sehr nett ablief. Nach ner kurzen Einführung in das Fach ging’s zu den Patienten, die wir zu zweit bzw. zu dritt befragt und untersucht haben. Die drei Wochen Rettungsstelle haben mit wirklich erstaunlich viel Sicherheit gegeben, obwohl wir bei der Anamnese ein paar Dinge ausgelassen hatten, die den Dozenten dann noch interessiert haben. Anschließend dann noch fast 2h Auswertung und Besprechung der Patienten, Interpretation von Röntgenbildern, DDs und Therapieansätze. Also insgesamt sehr informativ und umfassend, wir durften selber soviel dazu beitragen wie wir wussten, schön also. :) Wenn alle UaKs so werden, bin ich begeistert.

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Letzter Tag

Oktober 2, 2009 at 5:01 (Praktika)

Und wieder sind drei Wochen um. Kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht, wenn man Spaß und was zu tun hat.

Die letzten eineinhalb Wochen Rettungsstelle (pardon, Zentrale Notaufnahme heißt das seit 1. Oktober) haben noch einige interessante Dinge für mich bereit gehalten. Erst diverse interessante EKGs, angefangen von einem Hinterwandinfarkt, der sich dann als Perikarditis herausstellte, über eine Hyperkaliämie (total krass, riesige Ts und unheimlich breite QRS-Komplexe, nach Glucose- und Insulingabe wieder völlig unauffällig) bis zu einem inkompletten Rechtsschenkelblock mit hübsch M-förmiger Doppelspitze. Die EKG-Anzeichen für eine LAE hab ich auch gelernt, und worauf ein Q (ohne RS) hindeutet (nämlich einen alten Infarkt).

Meine Theorie, dass sich bestimmte Ereignisse immer häufen (muss an den Mondphasen liegen ;-) ) hat sich auch weitgehend bestätigt. Erst drei Patienten an zwei Tagen mit Schluckbeschwerden, dann hintereinander zwei Hinterwandinfarkte, zwei mal Blasenhochstand mit Überlaufblase (wobei ich die zweite dann quasi auf den ersten Blick diagnostizieren konnte und dann helfen durfte, den suprapubischen Katheter zu legen, hehe), an zwei Tagen vier ältere Damen mit Synkopen, innerhalb von 10 Minuten zwei Pilonidalabszesse und kurz hintereinander zwei junge Schwangere mit Verdacht auf LAE… und dazwischen ein stetiger Strom von unklaren Bauchschmerzen, Thromboseabklärungen und gelegentlichen C2- (also Alkohol-) abhängigen Beschwerden (Pankreatitis, Krampfanfälle, besoffen und unterkühlt aufgefunden… eins ist klar, Alkoholiker werd ich nicht…). Aber natürlich auch diverse einzigartige Sachen wie die erwähnte Geburt und ein Schlangenbiss (Kreuzotter, die Dame war in der Natur beim Insekten fotografieren und hatte geistesgegenwärtig die Schlange fotografiert, wir mussten erstmal die Giftzentrale anrufen und fragen, wie’s zu behandeln ist. *g* Also falls ihr mal gebissen werdet: Antidot ist nicht notwendig aber 12h Monitorüberwachung wegen der Gefahr kardiovaskulärer Ereignisse.)

Wenn nichts los war hab ich ab und zu mal in der Endoskopie bei Magen- und Darmspiegelungen zugeschaut oder öfter mit meinem OA Herzechos gemacht. einmal auch ein Schluckecho – Herzultraschall durch die Speiseröhre hindurch, quasi die Kombi von Magenspiegelung und Herzecho. Die letzte Woche durfte ich sogar selber ran, und nicht nur „mal“ um ein bisschen zu gucken sondern so richtig, also den Schallkopf in die richtige Position bringen und halten während der OA die Messungen macht. Klar wurde anschließend nochmal überprüft und manchal hab ich’s auch nicht hinbekommen ein schönes Schallfenster zu finden, aber es war schön. Ultraschall ist eh eine Untersuchung, die mich total fasziniert, und am Herzen ist es noch viel toller. Man kann sogar den Herzschlag durch den Schallkopf spüren. :) Ich könnte mir vorstellen, dass Kardiologie was für mich wäre.

Ansonsten habe ich mir Mühe gegeben, meinem OA einigermaßen den Rücken frei zu halten, nachdem er in letzter Zeit neben der Rettungsstelle noch überall sonst irgendwie aushelfen muss… Aber Anamnese und Untersuchung kann ich inzwischen ja ganz gut, auch wenn ich öfters noch ein, zwei Mal zurück muss um Fragen zu stellen, die mir erst hinterher wieder einfielen. *g* Ich bin auch sicherer im Auskultieren geworden (Lunge ging vorher schon, RGs und asthmatisches Pfeifen/Giemen sind ja meistens recht eindeutige Befunde, aber inzwischen kann ich auch einigermaßen sicher Systolika heraushören – also die 1/6 nicht, aber 2-3/6 bestimmt – und teilweise konnte ich mir die Klappen hinterher nochmal im Herzecho anschauen, was dann schon eine schöne Verknüpfung ist). Und langsam wird’s mit dem „locker aus dem Handgelenk“ bei der Perkussion. Hey – ich hab zweimal einen Pleuraerguss (zugegebenermaßen bestimmt 15 cm hoch) erkannt. Hehe. Und das erste Mal in meinem Leben sicher eine Leber getastet. Allerdings verlasse ich mich dabei doch lieber auf die Kratzmethode und mein Stethoskop… ;-)

Alles in allem jedenfalls sehr schön und spannend und nur selten frustrierend (z.B. wenn der Oberarzt zwei Stunden mit ner ERCP in der Endo festsitzt während ich nicht das Passwort geschweige denn die Befugnis habe um ungeduldig wartende Patienten dem Röntgen oder Ultraschall zuzuführen…) Ach ja. Schon ein bisschen schade, dass ich nur drei Wochen da war. Aber die nächste brauche ich noch, um vor Semesterbeginn ein paar Sachen zu organisieren und zu erledigen. Und es gibt ja immer noch das PJ, auch wenn das noch zwei Jahre hin ist.

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und… action!

September 22, 2009 at 5:03 (Praktika)

Heute war vielleicht was los… *kopfschüttel* Um neun noch tote Hose, so dass mein OA mir noch das EKG eines Hinterwand-Infarkts zeigen wollte, der gestern, nachdem ich schon nach Hause gegangen war, reinkam. Nachdem er zwischendurch auf Intensiv war, lag das EKG dort und wir gingen hin um es uns anzuschauen. War interessant, ich hatte ja noch keinen richtigen EKG-Unterricht, nur so die Basics, die man in Physio lernt. Es lag noch ein alter Infarkt drunter, so dass der QRS-Komplex nur ne negative Q-Zacke war und die ST-Elevation, die mir schon bekannt war, war auch vorhanden. Dann kam der Intensiv-OA rein, er würde gleich eine Cardioversion bei einer Dame mit Vorhofflimmern machen, ob ich Lust hätte zuzuschauen? Aber immer doch, hab auch schön aufgepasst und mir den Unterschied zwischen Defibrillieren und Cardiovertieren erklären lassen. Und dann noch das EKG gesehen, denn sie hatte anschließend keinen richtigen Sinusrhythmus sondern eine ektope Vorhoferregung, mit sehr kurzem Abstand zum QRS. Ein paar Minuten später war der Sinusrhythmus dann da und man konnte vergleichen. Spannend! (Und für alle Laien: das mein ich völlig ernst. :) ) Zurück auf der Rettunsstelle hatten sich ein paar Patienten angesammelt und ich fing schon mal mit Anamnese und Untersuchung an. Etwas später wurde ich dann nochmal auf die Intensiv gerufen um bei einer Pericardpunktion zuzuschauen – mein OA musste sonografisch kontrollieren. Auch sehr spannend und für dieses KH eine echte Seltenheit, weil es eigentlich gar keine kardiologische Station gibt.

Bis wir dann wieder unten waren, hatte sich ein ganzer Berg von Patienten angesammelt, so dass wir uns ans abbauen machen mussten, was aber eher langsam von statten ging – vor allem, da sich noch zwei Notfälle dazwischenschoben. Für’s Mittagessen blieb so also nur wenig Zeit, aber bis ich dann um 16 Uhr nach Hause geschickt wurde, war der Stapel bis auf zwei Patienten abgearbeitet. Symptom des Tages waren zur Abwechslung mal Schluckbeschwerden, aber sehr beeindruckend war ein somnolenter Patient, der, wie wir rausfanden, am Vorabend vergleichsweise noch quietschfidel war und wohl – von der ambulanten Pflege gestellt – im Verlauf des Tages zu viel von der Morphin-Bedarfsmedikation bekommen hatte. Eine Naloxangabe später konnte er auf Fragen klar antworten. Krass, sowas mal zu sehen.

Gestern war’s dagegen sehr ruhig mit einem stetigen Fluss der üblichen Verdächtigen: Bauchschmerzen und Thrombosen. Um 14 Uhr hatten wir alle abgearbeitet und nachdem bis 14:30 Uhr niemand mehr auftauchte, wurde ich auf Grund des schönen Wetters nach Hause geschickt. :) Hach, auch mal schön. Und geschickt, da ich am frühen Abend mit ner Freundin im Hamam verabredet war, so gab’s keinen Stress mit dem Hinfahren und ich konnte sogar noch was essen.

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hach ist das schön

September 18, 2009 at 9:30 (Praktika)

Ich habe heute meine erste Geburt gesehen! :-)

Kurz nach neun heute morgen kam die Schwester ganz aufgeregt und meinte zum OA, er müsste jetzt ein Kind zur Welt bringen. Die Mutter war wohl etwas knapp in die Rettungsstelle gekommen und lag schon mit sichtbarer Fruchtblase auf der Liege, so dass die Schwester sie nicht noch hoch in die Gyn fahren wollte sondern kurzer Hand die Hebammen und Gyn-Ärzte in die Rettungsstelle rief. Da standen wir, Famula und neue Assi, dann etwas belämmert und fasziniert, aber die Gyn-Fraktion war innerhalb von zwei Minuten da, die Kinderärzte etwas später auch, und vier mal Pressen und einen Dammschnitt später war da ein kleiner Junge, noch käseschmierig aber mit kräftiger Stimme. Huiii! Sowas nenn ich mal Spontangeburt.

Nachdem gestern der Tag der Bäuche (fast nur „unklare Bauchschmerzen“) war, und die Assi und ich den internistischen Teil der Rettungsstelle quasi im Alleingang geschmissen hatten (OA war in der Endo beschäftigt, da der OA, der normalerweise die Kolos und Gastros macht, nicht da war) – ich durfte zwei Leute fast alleine auf Station aufnehmen und mehrere Anamnesen und Untersuchungen durchführen – gings heute von der Arbeitslast zwar etwas ruhiger, aber insgesamt irgendwie chaotisch zu. Mehrere unklare Sachen, die noch ewig von Diagnostik zu Diagnostik geschoben wurden, oder wo einfach nicht klar war, was sie nun hatten – und nachdem in der Ortho/Trauma wohl auch einiges los war, waren die Schwestern entsprechend gestresst. Nachdem die Assi – nach nur drei Wochen Einarbeitung – dann nächste Woche eine halbe Station alleine übernimmt, wurde bei den Diagnosefindungen und Therapien auch heftig diskutiert, wann genau denn das und das angebracht sei, und wie man zweifelsfrei auf Diagnosen schließen soll/kann… Hmmja. Insgesamt aber interessant, ich hab mit Sicherheit für die Woche auch schon viel gelernt und komm mir zudem noch nützlich vor. Was eine Erleichterung.

Ja im Großen und Ganzen finde ich fast, dass es mir auf der Rettungsstelle besser gefällt als auf Station. Immer wieder neuen Kontakt zu Patienten zu knüpfen und rauszufinden, was er hat und wie ihm geholfen werden kann, finde ich spannend. Station war auch schön, aber das Warten und die Fitzelarbeit, das an den Medis rumschrauben bis alles passt, die Unmengen Papierkram – da ist die Rettungsstelle unkomplizierter, denke ich. Wobei man wahrscheinlich ein umfasseneres Wissen haben und schnell im Notfall reagieren können muss. Bin ja froh, dass ich bis jetzt noch keinen so richtig akuten Notfall gesehen habe, sondern nur Dinge, bei denen man auch nochmal im Buch nachschlagen konnte. :-)

Jetzt aber erstmal Wochenende, und am Montag weiteres von der Front.

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Das aufregende Leben der Rettungsstellenfamula

September 16, 2009 at 6:39 (Praktika)

Ja, ich bin jetzt seit drei Tagen auf der Rettungsstelle. Hach, ist das eine Erleichterung. Der Oberarzt ist so unheimlich freundlich und sympathisch und schleppt mich überall mit hin. :-)

Nachdem ich mich über das Sekretariat der Inneren Medizin beworben hatte, sehe ich hauptsächlich die Fälle für die Innere Medizin, auch wenn permanent ein Orthopäde und ein Traumatologe Dienst tun und andere Fachrichtungen wie Geriatrie und Chirurgie öfters mal dazu gerufen werden. Das waren bis jetzt erstaunlich viele Verdacht auf Thrombosen, ein paar unklare Bauschmerzen, AZ-Verschlechterungen von Pflegeheimbewohnern, Wehwehchen an Fuß/Bein/Knöchel/Knie (wobei die meist beim Orthopäden landen, und wenns um Wunden geht dem Chirurgen abgeschoben werden) und hie und da mal ne allergische Reaktion und Nieren- oder Gallenkoliken – viele, die vom Hausarzt zur Abklärung von irgendwas kommen und alle, die auf die Station aufgenommen werden sollen – auf jeden Fall viele unterschiedliche Sachen.

Die typischen Famulantenarbeiten werden auf der Rettungsstelle von den Schwestern und Pflegern gemacht. Erstmal die Einordnung, was Notfall ist und was warten kann, dann ob’s orthopädisch oder internistisch ist, außerdem das Legen von Zugängen und die Blutabnahme und das Schreiben von EKGs läuft alles über das Pflegepersonal. Wobei ich, wenn ich mich melde (und es kein Notfall ist) auch ran darf. Blutabnehmen kann ich, wie ich festgestellt habe, noch; Zugänge legen wollte ich im Laufe der Wochen noch ein paar Mal üben und beim EKG-Schreiben habe ich zumindest schon mal aufmerksam zugeschaut. Ist ja auch keine große Kunst, wenn man weiß, wo die Elektroden hinkommen…

Ich bin dann also bei der Anamnese und Untersuchung dabei (durfte ich heute beides schon alleine machen, wobei der Oberarzt anschließend alles nochmal überprüft und dann die Diagnose gestellt hat), darf bei der Anordnung weiterer Diagnostik meinen Input abgeben und mir die Ergebnisse mit anschauen, Medikamente nachschlagen, heiteres Diagnoseraten spielen… Und zwischendurch, wenn nichts los ist, in der Endoskopie zuschauen (wobei man als Zuschauer auch mal eingebunden wird mit „reich mir mal dies“, „halt das mal“ und „schau mal wie schön man jenes sieht“) oder mir Herzechos erklären lassen. Sowohl mein Oberarzt als auch die Ärzte in der Endo fangen auch gleich an zu erklären, sobald ein Famulant oder PJ-ler in Höhrweite steht, so dass man wirklich viel mitbekommt.

Highlight der letzten drei Tage war übrigens, dass ich eine arterielle Blutabnahme für eine BGA selber abnehmen durfte – aus der A. radialis. Unter Anleitung und mit zitternden Händen, aber es hat gut geklappt (und der Patient war eh nicht ganz da, hat sich also auch nicht beschwert ;-) ).

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hmpf.

September 16, 2009 at 5:39 (Praktika)

Meine restlichen Erfahrungen in der Kinderarztpraxis sind eigentlich keiner Beschreibung würdig. Zwar fing Tag Vier gut damit an, dass eine U7a sehr lange dauerte, und die Arzthelferinnen mich aufforderten, für die Impfkinder nicht nur die Anamnese sondern auch die Untersuchung zu machen (obwohl ich sie weder erklärt bekommen, noch unter Aufsicht jemals durchgeführt hatte, aber sie meinten, der Doktor könnte sich die Kinder ja dann nochmal anschauen). Gut ok, machte ich, wobei es nicht ganz einfach war, den diversen Eineinhalbjährigen in den Rachen zu schauen, weil sie den Spatel lieber als Beißring oder Schnulli benutzten. Auch ein Herzgeräusch, das der Doktor später feststellte, konnte ich nicht hören – hab ja schließlich noch nie kleine Kinder abgehört. Es war aber ganz nett, bis ich in der Mittagspause zu einem ernsten Gespräch aufgefordert wurde. Ich bekam gesagt, dass man überhaupt nicht mit mir zufrieden wäre, weil ich gar keine Fragen stelle, und überhaupt so garnichts von alleine tue (was, frage ich mich – man hätte mir ja wenigstens einmal sagen können, was ich tun darf, dauert auch nur zwei Sekunden, und wenn ich das einmal gesagt bekommen habe, muss auch nie wieder aufgefordert werden…) Aber ja. Ich hab dann auch darauf verzichtet, die Situation aus meiner Perspektive zu schildern. Wieder mal ein Beispiel dafür, dass eine Situation von zwei Personen auf so unterschiedliche Weise wahrgenommen wird, dass Außenstehende schwören würden, es müssen verschiedene Situationen sein. Schließlich würde ich ja gerne was lernen, aber dazu muss man auch bereit sein, mir was zu zeigen. Egal. Nachdem mir dann jedenfalls nahegelegt wurde, mir vielleicht eine andere Famulaturstelle zu suchen (hallo? nach dreieinhalb Tagen? was macht er mit seinen Lehrlingen, wenn die nicht gleich kuschen?) meinte ich, ich hätte mir eh schon was gesucht, würde aber gerne den Rest der Woche noch dableiben um so viel wie möglich mitzunehmen. Na jaaa, nachmittags sei Jugendsprechstunde, die hätten eh ungern eine zweite Person im Zimmer, und am Tag darauf seien mehr Helferinnen als sonst da und da würde man sich nur auf die Füße treten… jedenfalls wurde ich quasi sofort auf Nimmerwiedersehen hinauskomplimentiert. Hä? Ok. Über so was soll man sich ja nicht ärgern, aber seltsam war es schon. Immerhin hatte ich dann den Rest der Woche frei, und habs noch ein bisschen genossen. Und jetzt bin ich Rettungsstellenfamula. Huiii. :)

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