dritter tag: zweifel
Sehr langsamer Tag. Für Montag war, wenn man den Sprechstundenhilfen glauben darf, erstaunlich wenig los. Zwei ohne Termin am Vormittag (können Montags wohl schon mal mehr als 10 sein), dafür dann abends kurz vor Feierabend nochmal drei Notfälle mit Schädel-Hirn-Trauma, Wespenstich (nur in der Hand, war aber ein Säugling) und frisch-aus-dem-Urlaub-wenig-geschlafen-könnte-aber-ja-auch-was-Schlimmes-sein-weil-schreit-seit-zwei-Stunden. Ansonsten Impfmarathon und ein paar harmlose Infekte. Huii.
Zumindest durfte ich heute die Patienten setzen und Anamnese machen (was sonst die Sprechstundenhilfen machen und sich meist auf “Was hat’s denn? Aha? Und sonst noch Schupfen-Husten-Fieber-Erbrechen-Durchfall? Gut, der Doktor kommt gleich.” beschränkt). Aber ich stand nicht nutzlos rum (jedenfalls nicht ständig), was mir meine Füße auch danken. Allerdings bekomme ich jetzt nichts mehr von den Untersuchungen mit. Na ja.
Gut, es war erst mein dritter Tag. Vielleicht wird’s noch toller. Aber ich muss sagen, ich hatte es mir doch ein bisschen anders vorgestellt. Jaaa, meine romantischen Vorstellungen meines Kindheits-Traumberufs. Intellektuell wusste ich ja, es sind zu 99% Vorsorgen, Impfungen und Erkältungen. Die Realität hat’s mir aber dann doch auf eine andere Weise nahe gebracht. Ich zweifle, ob ich bei dieser Famulatur richtig viel lernen kann. Ich denke mal, mit genügend nebenher lesen könnte ich die Entwicklungsstufen entlang der Vorsorgeuntersuchungen ganz gut lernen. Aber Theorie vergisst man halt auch schnell und Pädiatrie hab ich noch ne Weile nicht. Und um wirklich die Fähigkeit zu erlernen, die 1% (oder weniger) rauszusieben, die tatsächlich fehlentwickelt sind oder was schlimmeres haben, dazu ist ein Monat Famulatur in ner Praxis glaub ich wirklich zu wenig. Hmmm.
An dieser Stelle in meiner Ausbildung wäre mir schon wichtiger, Routine in den praktischen Fähigkeiten Anamnese und Untersuchung zu bekommen. Und ein paar häufigere Krankheitsbilder kennen zu lernen. Aber das fällt mir halt ein bisschen spät ein.
Ich spiele mit dem Gedanken, nach dieser Woche die Famulatur abzubrechen und es als interessanten Einblick in die Welt der ambulanten Pädiatrie zu verbuchen. Gebracht hätte es auf jeden Fall was, und sei es nur die Gewissheit: “Nein, das will ich später mit relativ großer Sicherheit nicht machen.” Ich hab auch schon mal nachgefragt und in der Rettungsstelle des Krankenhauses, wo ich meine letzte Famulatur gemacht habe, wäre noch ein Platz frei. Da weiß ich auch, dass ich Anamnesen machen und untersuchen dürfte (zumindest unter dem wachen Blick der Assis), und ich kenne auch die Ärzte schon teilweise.
Allerdings wurmt mich auch der Gedanke, einfach aufzustecken. Nach drei Tagen. Hmm.
praxisleben « Chefärztin (in spe) – bloggend durch die Klinik sagte,
März 14, 2010 um 10:52 am
[...] eine der Fachrichtungen ist, die ich mir später für mich vorstellen könnte. Vor allem nach der Katastrophe in der Kinderarztpraxis… wobei das im Nachhinein zu großen Teilen bestimmt auch daran lag, dass ich mit dem Arzt [...]